Ausschreibung läuft bis 6. Februar 2027
Die Ingolstädterin Marieluise Fleißer ist eine der bedeutendsten literarischen Stimmen des 20. Jahrhunderts. Ihr Werk kreist um Themen, die heute aktueller erscheinen denn je: weibliche Perspektiven, gesellschaftliche Machtstrukturen, Identität, soziale Enge, Befreiung, Geschlechterrollen und die Spannung zwischen Provinz und urbaner Moderne. Ihre Texte sezieren präzise die Mechanismen von Doppelmoral und sozialem Druck – und eröffnen damit einen direkten Zugang zu den gesellschaftlichen Fragen unserer Gegenwart.
Gerade darin liegt das besondere Potenzial des Festivals: Fleißer wird nicht museal präsentiert, sondern als zeitgenössische Projektionsfläche für Feminismus, gesellschaftlichen Wandel und künstlerische Gegenwart verstanden.
Ausschreibung „PROVINZ. Zeitgenössische Positionen“
Ein zentraler Bestandteil des Festivals ist die Ausstellung „PROVINZ. Zeitgenössische Positionen“.
Was ist Provinz? Ein Ort auf der Landkarte? Ein Lebensgefühl? Eine Zuschreibung? Eine Erinnerung?
Der Begriff „Provinz“ ist vieldeutig. Er kann Enge und Begrenzung bedeuten, aber ebenso Geborgenheit, Vertrautheit und Zugehörigkeit. Für die einen ist die Provinz ein Ort, den man verlassen möchte, für andere ein Gegenentwurf zur Anonymität der Großstadt. Sie kann Herkunft sein, Identität stiften oder als Klischee wirken. Sie kann Rückzug ermöglichen oder neue Perspektiven eröffnen.
Marieluise Fleißer setzte sich in ihrem Werk intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen Individuum und gesellschaftlichem Umfeld auseinander. Fast hundert Jahre später stellt sich die Frage neu: Was bedeutet Provinz heute?
Hat sich unser Blick verändert? Existiert Provinz überhaupt noch in einer digital vernetzten Welt? Wo entstehen heute Grenzen und wo Freiräume? Welche Bilder, Erfahrungen, Erinnerungen oder Visionen verbinden wir mit Heimat und Herkunft? Und welche Rolle spielen Wandel, Migration, Mobilität oder gesellschaftliche Vielfalt? Die Ausstellung lädt Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit dem Begriff „Provinz“ auseinanderzusetzen – persönlich, gesellschaftlich, politisch, poetisch, kritisch oder humorvoll. Willkommen sind Arbeiten, die vertraute Vorstellungen hinterfragen, neue Perspektiven eröffnen oder eigene Erfahrungen sichtbar machen. Die Provinz ist dabei nicht als festgelegter Ort zu verstehen, sondern als offener Denkraum.
Ausstellung in der Städtischen Galerie im Theater
Die Ausstellung „PROVINZ. Zeitgenössische Positionen“ ist vom 6. bis 27. März 2027 in der Städtischen Galerie im Theater, Schloßlände 1, 85049 Ingolstadt, zu sehen. Die Vernissage findet am Samstag, 6. März 2027, um 19 Uhr statt.
Im Rahmen der Ausstellung lobt die Stadt Ingolstadt einen Jurypreis in Höhe von 1.000 Euro aus. Darüber hinaus wird bei der Vernissage ein Publikumspreis in Höhe von 500 Euro vergeben. Zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog.
Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. realisiert.
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Pro Künstler*in kann ein Werk eingereicht werden. Die erste Stufe des Bewerbungsverfahrens erfolgt online über die Website des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e. V. Einreichungsschluss ist der 6. Februar 2027. Später eingehende Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.
Nach der Jurierung werden ausgewählte Künstler/-innen eingeladen, ihre Arbeiten zur Ausstellung anzuliefern. Die Anlieferung findet am 20. Februar 2027 statt.
Weitere Infos zum Bewerbungsverfahren und das Teilnahmeformular finden sich auf der Homepage des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e. V.
